Iris Berben in Feuer und Flamme
Iris Berben zählt zu den ganz Großen des deutschen Fernsehens und hat in den letzten 40 Jahren unzählige Rollen und Charaktere verkörpert. Im Südtirol1-Sonntagsfrühstück bei Daniel Winkler spricht die beliebte Schauspielerin über die Höhen und Tiefen ihrer Karriere, ihre sozialen Engagements und ihre geliebten Reisen, unter anderem auch nach Südtirol; aber auch über ihr Alter und was sie ihrer Meinung nach so jung und vital hält.
Sie waren ja schon einige Male hier in Südtirol. Wie wohl fühlen Sie sich bei uns?
Da muss ich gar nicht schmeicheln und höflich sein. Ich fühle mich hier wirklich verdammt wohl. Ich mag es durch die Berge zu fahren und kleine Gasthäuser zu entdecken. Essen hat für mich einen sehr hohen Stellenwert und deshalb verbinde ich es auch gerne mit meinen Reisen. In Südtirol gibt es ein wunderbares Essen und einen sehr, sehr guten Wein. Und ich mag die ungeheure Wärme und Offenheit der Menschen.
Seit 42 Jahre üben sie den Beruf der Schauspielerin aus. Wann war Ihnen klar, dass die Schauspielerei ihre Zukunft ist?
Das hat ein paar Jahre gedauert. Anfangs war es einfach ein Spiel für mich; bis mir klar wurde, dass ich diesen Beruf seriös ausüben möchte.
Was machen Sie an Sonntagen wie diesen?
Beim drehen kennen wir die so genannten freien Sonntage nicht. Wir drehen oft auch am Wochenende; das ist auch eine Frage der Logistik, denn manche Plätze stehen nur am Wochenende zur Verfügung. Früher waren es 11, heute sind es 10 Monate, die ich durcharbeite; aber ich mache es gerne.
Stimmt es, dass Sie am liebsten alleine kochen?
Beim Kochen stört mich jeder (Iris B. lacht). Ich bin dabei wie beim Filmemachen - unheimlich ordentlich. Es werden auch nur die besten Zutaten gekauft, denn ich finde, man muss nicht kompliziert kochen, aber die Qualität muss stimmen.
Frau Berben, Sie haben Ihr Herz am rechten Fleck und wurden schon mehrfach für ihren sozialen Einsatz mit Preisen ausgezeichnet. Woher kommt dieses starke Engagement?
Dieses Engagement bezieht sich auf die deutsche Geschichte und gegen deren Vergessen. Ich war in den 50er Jahren ein junges Mädchen und das 3. Reich war im Unterricht ein Tabuthema. Wir leben in einer Zeit, in der dieses Thema nicht beendet ist. Wir haben in Deutschland auch heute Ausgrenzung und junge Menschen mit Perspektivlosigkeit. Rattenfänger sind da leicht am Werk und Mechanismen funktionieren, die schon mal funktioniert haben. Ich finde wir sind es den Opfern, den noch Überlebenden und unserer eigenen Gesellschaft schuldig, uns damit auseinanderzusetzen und dem Entgegenzusteuern.












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